Künstlerinnen
und Künstler
der Galerie:


Stephan Brenn
Piotr Dluzniewski
Brigitte Dunkel
Ulrich Görtz
Frank Herzog
Gabriele Horndasch
Katharina Jahnke
Bärbel Messmann
Gunter Reski
Kim Reuter
Ralf Schauff
Corinne Schneider
Barbara Schüttpelz
Rolf Steiner

All Creatures Great and Small
Präsentationen des Kreatürlichen

9. September bis 18. Dezember 2005

Zu den frühesten Tierdarstellungen, ja den ältesten erhaltenen künstlerischen Schöpfungen der Menschheit überhaupt zählen die Höhlenmalereien aus Spanien und Frankreich vom Ende der letzten Eiszeit vor etwa fünfzehntausend Jahren. Die technisch raffinierten und ästhetisch auch heute noch überaus faszinierenden Beschwörungen von Mammuts, Bisons, Höhlenbären, Löwen, Hirschen, Wollnashörnern, Pferden oder Schlangen in Altamira und Lascaux zeugen vom frühen menschlichen Umgang mit Tieren als Feinden, Gefährten, gefürchteten und bewunderten, mystisch-beseelten Wesen. Der Mythos Jagd wird bis heute kultiviert, wenngleich – ohne die existentielle Notwendigkeit der Nahrungsbeschaffung und Verteidigung - heftig umstritten. Auch der Status von Tierschauen und Zoos zwischen Bildung und Belustigung, Arterhaltung und Kasernierung, unterliegt kritischer Revision.
Im Laufe der Jahrtausende haben sich durch Domestizierung, Erforschung, Züchtung und fast uneingeschränkte Nutzbarmachung, aber auch Ausrottung vieler Tierarten gesellschaftliche Sehweisen, moralische Haltung und Umgangsformen gegenüber Tieren grundlegend gewandelt. Geblieben ist eine – wenn auch meist unterschwellige, verdrängte – Faszination und Anziehung zur Tierwelt. Kaum ein Bereich des menschlichen Alltags kommt auch heute ohne Tierdarstellungen aus (Gebrauchsdesign, Spielzeug, Wappen/Logos, etc.), aus der Kunst sind Tiermotive in keiner Epoche ganz verschwunden. In Sagen, Märchen und Fabeln begleiten uns Tiere seit Jahrhunderten, in Comics und Filmen seit Jahrzehnten. Werbung und Psychoanalyse arbeiten noch immer mit den Symbolwerten einzelner Tiergestalten.
Die Einladung zu einer Themenausstellung mit Tierdarstellungen erging zunächst an die einzelnen Künstler des Salons, ursprünglich war nur ein gutes Dutzend Arbeiten geplant. Der Gedanke löste jedoch eine unerwartete Lawine weiterer Vorschläge aus. Viele der Künstler empfahlen noch KollegInnen, die sich ebenfalls mit dem Thema befassen, und so kuratierten bald die Künstler das Projekt. – Der Ausstellungstitel bezieht sich auf eine beliebte englische Fernsehserie der 70er/80er Jahre, zu deutsch „Der Doktor und das liebe Vieh“, nach biografischen Erzählungen eines Land-Tierarztes, in der humorvoll Episoden über die Beziehung von Menschen zu ihren Haus-, Hof- und Schoßtieren geschildert werden.
Dem Charakter des Salons entsprechend werden eine Vielzahl von kleinformatigen (nicht nur Kunst-) Objekten und Bildwerken, etwa hundert Exponate von mehr als achtzig Künstlern (auf 15 qm!), der verschiedensten Sujets und Medien gezeigt, an die Tradition der Wunderkammern und Kuriositätenkabinette der Renaissance anknüpfend, in denen mannigfaltige Fund- und Sammelstücke, exotische Pflanzen- und Tierpräparate, Miniaturen und Kunstobjekte nebeneinander, ohne die später erarbeiteten wissenschaftlichen Ordnungssysteme, zur reinen Belehrung und Ergötzung zur Schau gestellt wurden.

 

Home
Anschrift
Galerieprogramm


Impressum